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Translation Simeonskirche - Umbau Café Nashorn

Augustinum München-Neufriedenheim

 

 

Aufgrund der rückläufigen Zahl der Gemeindemitglieder musste die Evangelische Landeskirche die 1964 geweihte Simeonskirche veräußern. Die Kirche wurde jedoch nicht aufgegeben, sondern im Auftrag des Augustinums in einen benachbarten Raumkomplex des Wohnstifts München-Neufriedenheim transloziert.

 

Bei dem Gebäude handelte sich um das ehemalige Café Nashorn, das für die Gemeinde und Seelsorge des Augustinums zur neuen Simeonskirche umgebaut wurde. Das Café befand sich in einem eingeschossigen Flachbau in nahezu freier Lage im Südosten der Liegenschaft des Augustinums. Die städtebauliche Situation, die gegebene Kubatur und der klare Raumplan des vorhandenen Baus waren für die vorgesehene Umnutzung prädestiniert. Der direkte Zugang vom Wohnstift wurde um einen öffentlichen, barrierefreien Eingang an der Südseite des Bauwerks ergänzt. Der dunkle Farbton der Fassade gab dem ursprünglich profanen Bau eine zurückhaltende Noblesse und verschaffte der neuen Funktion als Kirchenbau eine eigenständige Bedeutung.

 

Mit dem Umzug von der alten in die neue Simeonskirche ging faktisch eine Verkleinerung des Kirchenraumes einher; die Gemeinde ging in eine Diaspora. Das Wichtigste und Schönste des alten Kirchenraumes nahm sie mit: die farbenprächtigen von Heiner Schuhmann entworfenen und den Werkstätten Gustav van Treek gefertigten Buntglasfenster, die in einer Stahlkonstruktion hinter den bestehenden Fensteröffnungen integriert wurden. Sie erzählen in der neuen Kirche die tradierte Heilsgeschichte weiter und garantieren so der Gemeinde und dem Augustinum den Fortbestand der Simeonskirche. Das natürliche Sonnenlicht bringt den Raum zum Strahlen, Tages- und Jahreszeiten entfalten dabei ihre eigene Wirkung. Bei Nacht sorgt ein  Beleuchtungskonzept dafür, dass die Fenster im Innen- oder Aussenraum leuchten. 

 

Der bestehende quadratische Grundriss wurde unter Einbeziehung der alten Tragstruktur in 3 x 3 = 9 Felder aufgeteilt. Die Bereiche definieren Orte im Raum, denen eine liturgische Bedeutung zugewiesen ist. Über Altar, Ambo und Taufbecken sind Oberlichter angeordnet, welche die Prinzipalstücke ins Licht stellen. Bänke aus Eichenholz sind zu Einheiten zusammengefasst. Teilweise lassen sie sich in Einzelstühle zerlegen, so dass im Raum auch kleinere Sitzgruppen gebildet werden können. 

 

Die Simeonskirche wurde am Pfingstsonntag 2015 neu geweiht.

Die Kirche wird von Protestanten und Katholiken gleichermaßen genutzt.

 

 

Presse

 

Kirchengebäude und ihre Zukunft

Bundesweiter Wettbewerb Wüstenrot Stiftung

Gestaltungspreis 2016, Engere Wahl 

 

 

Bauherr

Augustinum

www.augustinum.de

 

Nutzer

Simeonskirche

www.simeonskirche.de

 

Entwurf und Planung

Robert Rechenauer Architekt BDA

 

Mitarbeit

Caroline Geiger

Sascha Löffler

 

Fotografie

Stefan Müller-Naumann

 

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