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Neubau und Generalsanierung Universität Mozarteum
Mirabellplatz 1, Salzburg

 

 

Der Name Mozarteum hat Weltruf: durch ein Orchester, eine internationale Stiftung und eine der renommiertesten Musikhochschulen. Der Ort, an dem diese heute steht hat im Lauf der Jahrhunderte starke Transformationen erfahren: von einem nur wenig besiedelten Raum über die „Lodronstadt“ mit dem Primogeniturpalast zum Collegium Borromäum, das wiederum einem Institutsbau weichen musste, der 1998 wegen mysteriöser Krebsfälle geschlossen wurde.

 

 

aktuell > 15 ∕ 6 - 2 ∕ 7 ∕ 2016

Transformation

 

"Das Mozarteum Salzburg. Wandel eines Ortes"
Präsentation und Ausstellung in der Architekturgalerie München

Türkenstraße 30 (Eingang über Buchandlung L. Werner)

Montag-Freitag: 9.00-19.00 Uhr, Samstag: 9.00-18.00 Uhr

 


Passage

Finissage am Freitag, 1 ∕ 7 ∕ 2016 von 19.00 bis 22.00Uhr, um 19.15 Uhr:
Musiktanzperformance mit Urte Gudian und Ardhi Engl

 

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Solitär und Kraftwerk - Konzertsäle und ihre Wirkung zur Stadt

Kurzvorträge und Diskussion am Dienstag, 28 ∕ 6 ∕ 2016 um 19.00 Uhr
Mit den Architekten Robert Rechenauer und Peter Haimerl

 

Eröffnung am Dienstag, 14 ∕ 6 ∕ 2016 um 19.00 Uhr

Mit der Verlegerin Mona Müry, dem Autor Robert Rechenauer, dem Fotografen Andrew Phelps und dem Leser Matthieu Wellner.

 

Eine Veranstaltung der Architekturgalerie in Kooperation mit dem BDA Bayern

 

Wegen eklatanter Baumängel mußte das Mozarteum seinem angestammten Ort verlassen und die berühmte Musikschule wurde in Ersatzquartiere über ganz Salzburg verstreut. Vor allem die dichte Bebauung, schlechte Lichtverhältnisse und die schwierige Orientierung machten den Auszug erforderlich. Hinzu kamen Barrieren und Probleme bei der Erschließung. Als besonders problematisch erwies sich dabei die entlang der Dreifaltigkeitsgasse geführte Aicherpassage. Dort befand sich ehemals der Haupteingang der berühmten Musikschule. Wegeführung und Eingangssituation waren in jeder Hinsicht unattraktiv und einer Universität nicht angemessen.  

 

Durch den Rückbau eines ganzen Institutstraktes wurde der bestehende Komplex zum Mirabellplatz hin aufgebrochen. Der vormals sehr dicht bebaute und strukturell sehr geschlossene Gebäudekomplex wurde zu einem städtebaulichen Ensemble umgeformt und zur Stadt hin geöffnet. Im Gegenzug bekam die Stadt einen Zugang ins Haus. Die Universität Mozarteum erhielt einen adäquaten Eingangsbereich, der mit den angrenzenden Stadträumen korrespondiert. Über einen Vorplatz gelangt man jetzt in eine großzügig gestaltete Halle oder wird über schmale Gassen in den Mirabellgarten geführt.

 

Neu- und Umbau erfolgten auf den konstruktiven Spuren des Bestandes. Das gesamte Gebäude wurde bis auf den Rohbau, die denkmalgeschützten Fassaden und die sogenannte Mozartstiege entkernt und auf Grundlage des Wettbewerbs umgebaut oder generalsaniert. Der einst von Dombaumeister Santino Solari geschaffene „Lodronsche Primogeniturpalast“ ist nun freigestellt und gestalterisch reaktiviert. Großformatige Fensterflächen flankieren den Vorplatz und begleiten ins Gebäude.

 

Klare Grundrisse, durchgängige Details und der Einsatz weniger Materialien prägen die Innenraumgestaltung. Es wurden ausschließlich natürliche, ökologisch nachhaltige Produkte verwendet, die durch ihre haptischen Qualitäten überzeugen. Natürliche Stein- und Holzflächen setzen sich gegen weiß geputzte Wände ab und gestalten einen besonderen Rahmen für musikalische Erlebnisse. Das Gebäude strahlt trotz seiner räumlichen Vielfalt Ruhe und Zurückhaltung aus. Es soll inspirieren und seinen Nutzern Raum geben für das eigene Gestalten.

 

 

Eingangshalle

 

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An der Schnittstelle von Alt und Neu empfängt das Mozarteum jetzt seine Gäste in einer großzügig gestalteten Halle. Laubengänge erleichtern die Orientierung und dienen als attraktive Aufenthalts- und Kommunikationszonen. Abgestimmte Proportionen und die feine farbliche Abstufung von historischer und neuzeitlicher Bausubstanz differenzieren das Erscheinungsbild. 

 

 

Kammermusiksaal - „Solitär“

 

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An der Stelle des abgebrochenen Institutsbaus steht ein steinerner Solitär. Städtebaulich funktioniert er als Scharnier. Einerseits setzt er am Mirabellplatz den zeichenhaften Schlussstein, andererseits vermittelt die offene Loggia stadträumlich zum benachbarten Mirabellgarten. Innen gelangt man über Himmelsleitern in den neuen Kammermusiksaal. Stelen lösen die Wände auf, Licht tritt gefiltert ein, Aufgang und Konzertsaal wirken räumlich und akustisch zusammen. 

 

 

Großes Studio

 

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Der Zuschauerraum des „Großen Studio“ wurde einschließlich Raumakustik, Bühnenbeleuchtung und Medientechnik vollkommen neu gestaltet. Der klappbare Saalboden sowie die Ober- und Untermaschinerie der vorhandenen Opernbühne wurden technisch überholt und um ein flexibles Konzertzimmer, eine fahrbare Beleuchterbrücke und einen Regieraum mit Anbindung ins Tonstudio ergänzt. Im Abgleich mit dem direkt benachbarten „Kleinen Studio“ und dem „Studienkonzertsaal“ wurde schließlich die Peripherie des Saals mit einer Probebühne, den Künstlergarderoben sowie den für den Betrieb notwendigen Lager- und Technikräumen neu geordnet und den funktionalen Bedürfnissen der Universität angepasst. Je nachdem, ob mit oder ohne Vorbühne oder Orchestergraben inszeniert wird, bietet der Saal Platz für ca. 370-420 Zuschauer.

 

 

 

 

Veröffentlichungen (Auswahl)

 

Baukulturführer 41, Universität Mozarteum, Büro Wilhelm Verlag, Amberg 2008

Baukunst in Salzburg seit 1980, Initiative Architektur ∕ Müry Salzmann Verlag, Salzburg 2010
Best of Austria. Architektur 2008_2009, AzW, Residenz Verlag, Wien 2010

 

Das Mozarteum Salzburg - Wandel eines Ortes, Müry Salzmann Verlag, Salzburg 2015


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Gebäudedaten

 

Nutzfläche 11.250qm
BGF 25.350qm
BRI 112.500cbm

Baukosten 30.440.000 EUR (KG 300-400.1) Netto
Bühnentechnik 4.980.000 EUR (KG 400.2) Netto
Einrichtungskosten 1.200.000 EUR Netto

2002  Wettbewerb 1. Preis
2004  Baubeginn
2006  Eröffnung
2007  Übergabe Studienkonzertsaal, Hörsaal, Tonstudio
2008  Ausbau Faistauersaal
2009  Österreichischer Bauherrnpreis

2013  Thekenbaukasten

 

 

 

 

Funktionen

 

„Die Universität Mozarteum am Mirabellplatz beherbergt die gesamte Musikausbildung der Universität Mozarteum. Hier finden die künstlerischen Abteilungen Dirigieren, Komposition und Musiktheorie, Tasteninstrumente, Streich- und Zupfinstrumente, Blas- und Schlaginstrumente, Musiktheater mit einem großen Opernstudio sowie Musikwissenschaft und Musikpädagogik ihren Platz unter einem Dach. Mit dem Kammermusiksaal - dem Solitär, dem Großen Studio und den kleineren Veranstaltungsräumen wird das Neue Mozarteum zu einem neuen, jungen, kreativen und qualitätsvollen Kultur-Zentrum in Salzburg."
(moz.ac.at ∕ de ∕ university ∕ standort)

 

 

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Großes Studio, Bläserphilharmonie Mozarteum
Eröffnungsfestakt 2006 (C. Schneider)

 

aus dem Raumprogramm:

insgesamt 130 Ensemble-, Seminar-, Unterrichts- und Überäume
Halle für Empfang, Information und Ausstellungen
Großes Studio mit Opernbühne
Opernprobebühne
Kleines Studio
Kammermusiksaal mit eigenem Foyer im Solitär
Hörsaal
Studienkonzertsaal für Klassenabende
Ton- und Videostudio ∕ Media Lab
Universitätsbibliothek
Vertretung ÖH
Rektorat
Bistro

externe Nutzungen: Internationale Tagungen und Kongresse

 

 

Bauherr
Bundesimmobliengesellschaft BIG
www.big.at

Nutzer
Auftraggeber Einrichtung

Universität Mozarteum Salzburg
www.moz.ac.at

 

Generalplaner
Robert Rechenauer
Architekt BDA

Claudia Schmitt
Anja Keller
Harald Gasmann
Odile Ullrich
Gregor Kappicht
Diana Ruß
Peter Heigl
Agnes Hofer-Guoth
Arno Müller

 

Generalplaner-Team

Kübertlandschaftsarchitektur

Lieb Obermüller Partner
Theapro
ECO Feulner
Gabriele Allendorf
Hans Stephan GmbH
Kuehn Bauer Partner
TEAM-A-3

 

Fotografie

Andrew Phelps

 

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