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Robert Rechenauer Architekten

Hans-Sachs-Straße 6  80469 München  Telefon 089 236856‑0
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Lösungsvorschlag Neubau Grundschule und Hort Fürreuthweg
Nürnberg-Eibach

Die im Bebauungsplan angelegte „Achse“ sollte gebrochen und als „Grüne Mitte“ in einen offenen, attraktiv gestalteten Schulcampus aufgelöst werden, in dem das denkmalgeschützte Ensemble nicht mehr als dominierender Teil des Gesamten, sondern als Stück - „Lehrstück" - der Geschichte steht.  

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Das städtebauliche Umfeld ist geprägt von einer heterogen Baustruktur, die sich aus Clustern zusammensetzt, die in unterschiedlichen Dekaden des 20. Jahrhundert entstanden sind. Gestaltungsmerkmale wie die Dachform und die Ausformulierung der Baustruktur, geben jedem Cluster seine eigene Prägung.

Eine besondere Bedeutung kommt dabei der 1949 von Fritz Leonhard geschaffenen Werkvolksiedlung zu, die in ihrer Maßstäblichkeit, den auskragenden Flachdächern und Farbgebung - auch wenn diese aus einer späteren Zeit stammt - an die Bauten eines Bruno Taut aus den 1920er Jahren erinnern.

Die Gebäude stehen in deutlichem, und sicherlich sehr bewussten, Kontrast zu den unmittelbar gegenüberliegenden Schulbauten am Fürreuthweg, die 1938 nach den Plänen von Walter Brugmann und Heinz Schmeissner errichtet wurden. Die Schulbauten, in sich stimmig und solide entworfen, spiegeln jedoch auf geradezu bedrückende Weise die Pädagogik und Gesinnung der Blut-und-Boden-Ideologie der NS-Diktatur wieder:  Führerprinzip, Pünktlichkeit, Kontrolle. Die Schüler gehen auf das im Schatten liegende Portal zu, indem sie bald verschwinden. Von dort spannt sich eine städtebauliche Achse auf, an der kasernenartig Klassentrakte liegen - von denen allerdings nur einer realisiert wurde. 

Grundschule und Hort Abbildung

Der bestehende Schulbau aus den 1970er Jahren setzte dem Ensemble ein wohlwollendes Gegenüber, wozu auch die bestehenden Spiel- und Grünflächen das Ihrige beitrugen. Bei der Errichtung der Neubauten wird das Gebäude noch als Provisorium dienen, dann aber abgebrochen und damit verloren gehen. Wir schlugen deshalb vor, die im Bebauungsplan angelegte „Achse“ zu brechen und als „Grüne Mitte“ in einen offenen, attraktiv gestalteten Schulcampus aufzulösen, in dem das denkmalgeschützte Ensemble aus der NS-Zeit nicht mehr als dominierender Teil des Gesamten, sondern als Stück - „Lehrstück" - der Geschichte steht.  

Die Zugänglichkeit erfolgt an verschiedenen Stellen, je nachdem aus welchem Teil des Quartiers die Schüler kommen. Allein im Westen, wo jetzt schon ein Biotop das Schulgelände von der Wohnbebauung trennt, wird kein Zugang vorgesehen. Schule und Hort orientieren sich mit Ihren Eingängen nach innen, sodass sich die Schüler verkehrsfrei auf dem Gelände bewegen können. Die Baukörper definieren mit dem Bestand die Grenzen des Campus und schirmen die umgebende Wohnbebauung weitestgehend vom Schullärm ab. Eine zeitgemäße Architektursprache im Passivhausstandard soll die neuen Schulbauten prägen.

Bauherr
Stadt Nürnberg - Hochbauamt
www.nuernberg.de

Bewerbergemeinschaft
Fürreuthweg
Rechenauer Bloß Architekten

Robert Rechenauer
Architekt BDA
Entwurf und Planung

Architektur + Baumanagement Christopher Bloß GmbH
Objektüberwachung

Natalie Deimel
Iuliia Aulkina