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Generalsanierung Pellerhaus / Haus des Spiels

Egidienplatz Nürnberg

 

 

Das Pellerhaus in Nürnberg wird saniert und zum Haus des Spiels umgestaltet.

Ursprünglich wurde das Gebäude 1607 als Bürgerhaus im Stil der Spätrenaissance errichtet, 1945 bei Luftangriffen im Krieg zerstört und 1957 als Bibliothek und Stadtarchiv in moderner Gestalt wieder aufgebaut.

 

1960 erfolgte die Eröffnung des Innenhofs, den man in seinem ruinenhaften Zustand belassen hatte. 2008-2018 wurde das erhalten gebliebene Arkadengeschoss mit einer Rekonstruktion überschrieben. Neben dem ehemaligen Pellerhaus und seinem Hof umfasste die Planung des Wiederaufbaus auch das östliche Nachbargrundstück, das seitdem mit dem historischen Pellerhaus eine funktionelle und gestalterische Einheit bildet. Die Architekten Fritz und Walter Mayer integrierten die Ruinen des zerstörten Vorgängerbaus in ihren Entwurf, übertrugen stilistische Grundprinzipien wie Proportionen und Materialien in eine moderne Formensprache und schufen so einen differenzierten Gebäudekomplex, der die Geschichte des Ortes weiter erzählt.

 

Das Pellerhaus stellt heute ein Denkmal des Wiederaufbaus von nationaler Bedeutung dar. Große Teile des Komplexes haben nahezu unverändert die Zeit überdauert. Neben der hohen gestalterischen Qualität zeugt das Gebäude vor allem von den Herausforderungen, die sich den Architekten und der Öffentlichkeit in dieser Zeit des gesellschaftlichen und kulturellen Neubeginns stellten. Ziel der Generalsanierung ist deshalb, den authentischen Fortbestand dieses wichtigen Zeitzeugnisses zu sichern und dem Denkmal eine lebendige Zukunft zu ermöglichen. Die wesentlichen gestaltprägenden Elemente wie das Foyer, das zentrale Treppenhaus, der großzügige Lesesaal, der farblich differenzierte Schmuckhof, sowie die fein gegliederten Fassaden werden unverändert ins Projekt übernommen.

Das Haus des Spiels setzt als neuer Nutzer den entscheidenden Impuls für die Zukunft des Denkmals. Das Spiel als älteste Kulturtechnik der Menschheit stellt neben der Kunst- und Kulturvermittlung eine entscheidende Triebkraft der Kreativwirtschaft und Zivilgesellschaft dar. Damit die Nutzung im Stadtraum wahrgenommen werden kann, sollen Teile des Erdgeschosses zum Egidienplatz geöffnet und wichtige öffentliche Bereiche sowie ein Bistro in dieser Zone angeordnet werden. Über einen neu geschaffenen Luftraum wird das erste Obergeschoss mit angegliedertem Schmuckhof auf Platzebene erlebbar gemacht. Textiler Sonnenschutz soll dabei dem Gebäude einen heiteren Auftritt verleihen, zum Besuch einladen und einen positiven Impuls für die Gestaltung des Egidienplatzes setzen. Der Haupteingang mit Foyer bleibt im Sockel des historischen und wiedererrichteten Pellerhauses. Neue Treppenhäuser gewährleisten die notwendigen Flucht- und Rettungswege und erschließen erstmals Räume wie den Gewölbekeller barrierefrei für alle. Im obersten Geschoss wird das bisherige Depot als Turmzimmer und Stadtkrone für Veranstaltungen zugänglich gemacht.

 

 

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Die Bilder im Portfolio zeigen das Gebäude im Bauzustand von Januar 2020.

 

 

Gebäudedaten
2019 Projektstart
2021 Bauantrag (Projektstand)
4.300qm Nutzfläche
9.200qm BGF

 

 

Funktionen
Foyer mit Infopoint
Bistro mit Küche
Präsentationsfläche (Ausstellung)
Spielesaal (ehemals Lesesaal)
Mehrzweck- und Gruppenräume
Arcade-Bereich
Coworking
Verwaltung
Spielearchiv
Turmzimmer als Veranstaltungsraum
Pellerhof und Schmuckhof für Open-Air-Veranstaltungen

 

 

Bauherr
Stadt Nürnberg - Hochbauamt
 

Nutzer

Haus desSpiels Nürnberg

museen.nuernberg.de/haus-des-spiels/ 

 

Architektengemeinschaft 
Generalsanierung Pellerhaus
Rechenauer Bloß

Robert Rechenauer 
Architekt BDA
Entwurf und Planung 

Architektur + Baumanagement Christopher Bloß GmbH
Objektüberwachung
 
Mitarbeit
Silke Feurle
(Projektleitung)
Iuliia Aulkina
Darius Brojatz
David Lachermeier
Sabrina Ascherl
 

Fotografie

Andrew Phelps

 

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